7. Oktober 2007 GP – China

1. Oktober 2007
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ING Renault F1 sichert Rang drei in Konstrukteurs-WM

Gemischte Witterungsverhältnisse beim Großen Preis von China erwiesen sich für das ING Renault F1 Team nicht als gute Ausgangsbasis für ein Ergebnis in den WM-Punkterängen.
Das ING Renault F1 Team hat den Großen Preis von China auf den Positionen neun für Heikki Kovalainen und elf für Giancarlo Fisichella beendet. Trotz dieses Null-Punkte-Resultats ist der dritte Platz in der Konstrukteurs-WM dem noch amtierenden Weltmeister einen Lauf vor dem Saisonende nicht mehr zu nehmen. Mit der viertschnellsten Rennrunde konnte Fisichella die Konkurrenzfähigkeit des Renault R27 erneut unter Beweis stellen.

Angesichts der einhelligen Wettervorhersagen, die für den Grand Prix auf dem Shanghai International Circuit durchgehend Regen prognostiziert hatten, entschied sich ING Renault F1 für beide Fahrer zu einer Einstopp-Strategie und schickte sie mit einer sehr schweren Treibstoffladung von den Positionen 13 (Kovalainen) und 18 (Fisichella) ins Rennen. Für die ersten 15 Runden blieben die Streckenbedingungen tatsächlich feucht und nass. Auf Regenrennreifen unterwegs, kämpften beide Piloten jedoch mit einem unkonstanten Fahrverhalten ihrer Renault R27 und büßten im Vergleich zu ihren mit deutlich leichteren Fahrzeugen attackierenden Kontrahenten viel Zeit ein.

Auf abtrocknender Strecke stand der Wechsel auf gewöhnliche Rillen-Slicks genau zur richtigen Zeit an. ING Renault F1 entschied sich für eine asynchrone Strategie: Während Kovalainen genügend Benzin an Bord nahm, um das Rennen beenden zu können, wurde Fisichella mit einem leichteren Rennwagen zurück auf die Strecke geschickt und musste kurz vor dem Ziel noch einen weiteren Tankstopp einlegen. Dies führte dazu, dass der Römer sich zeitweilig bis auf den fünften Platz nach vorne kämpfen konnte. Leider gelang es ihm nicht, zwischen sich und seine Verfolger einen ausreichend großen Abstand zu legen, um diese Position auch nach dem letzten Reifenwechsel zu behaupten. Schlussendlich lagen beide Renault R27 nur fünf Sekunden auseinander und hetzten die Red Bull-Renault von David Coulthard und Mark Webber bis zur Schwarzweiß-karierten Flagge vor sich her.

Erstmals seit dem Großen Preis von Ungarn 2006 verpasste das ING Renault F1 Team dadurch mit beiden Fahrzeugen eine Platzierung unter den ersten Acht. Dennoch stellte Fisichella mit der viertschnellsten Rennrunde die Schnelligkeit des Renault R27 unter Beweis. Das Gesamtergebnis des vorletzten Saisonlaufs führte zudem dazu, dass der dritte Rang in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft bereits vor dem Finale in Brasilien dem französisch-britischen Werksteam nicht mehr genommen werden kann.

Heikki Kovalainen (Platz 9)
„Mein Start war ein einziges Desaster. In der ersten Runde konnte ich zwar noch drei Platzierungen aufholen, doch dann stellte sich ein massives Untersteuern ein, meinem Auto fehlte Grip. Vier Kontrahenten schlüpften vorbei und ich verlor viel Zeit. Der Wechsel auf Trockenreifen geschah genau zum richtigen Moment, danach lag mein Renault R27 viel viel besser. Gegen Mitte des Grand Prix büßte ich jedoch auf kuriose Weise weiteren Boden ein: Kimi Räikkönen überrundete mich, war aber noch auf abgefahrenen Regenpneus unterwegs, während ich schon neue Rillen-Slicks aufgezogen hatte. Ich war viel schneller als er, konnte ihn abseits der trockenen Linie aber nicht überholen, ohne die Kollision mit ihm als Titelkandidaten zu riskieren. Das hat mich bestimmt sieben oder acht Sekunden gekostet, bis ich endlich an ihm vorbeikam. Danach habe ich volles Rohr attackiert und lief auf David Coulthard auf, alle meine Angriffe zielten jedoch ins Leere. Obwohl mein Renault R27 im Trockenen wirklich gut funktionierte, blieb mir der Sprung in die Punkteränge verwehrt – eine Enttäuschung, die ich mir selbst zuschreiben muss, denn sie ist zu guter Letzt auch auf meinen Fehler im Qualifying zurückzuführen. Das ING Renault F1 Team hätte ein besseres Resultat verdient gehabt, denn für uns wäre eine Position unter den besten Vier durchaus realistisch gewesen. In Brasilien kann ich diese Scharte wieder auswetzen.”


Giancarlo Fisichella (Platz 11)„Ich habe alles gegeben, was möglich war, doch mehr lag mit dieser Strategie einfach nicht drin. Mein Renault R27 ging sehr schwer ins Rennen und erwies sich in den ersten Runden als sehr unkonstant. Eine geringere Treibstoffmenge beim Start wäre unter Umständen die bessere Lösung gewesen. Die Trockenreifen konnten wir genau zum richtigen Zeitpunkt aufziehen. Doch ich wusste, dass ich nochmal an die Box musste, also habe ich intensiv attackiert. Das hätte fast geklappt, aber dann ist uns einfach die Zeit davongelaufen. Aus meiner Sicht ist es wirklich schade, diesen Grand Prix als Elfter zu beenden – ich habe so viele Autos überholt, da hätte für uns mehr in Reichweite liegen müssen.”

Pat Symonds (Technischer Direktor des ING Renault F1 Teams):„Die wechselhaften Bedingungen und unsere schlechten Startpositionen sorgten dafür, dass wir hier in Shanghai kein einfaches Rennen erlebt haben. Gegen Mitte des Grand Prix versuchten wir, unsere Chancen durch eine zweigleisige Strategie zu verbessern. Beide führten schlussendlich aber zu ähnlichen Ergebnissen. Als es darauf ankam, waren wir nicht schnell genug. Trotzdem ist unsere dritte Position in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft jetzt besiegelt. Damit können wir das Saisonfinale in Brasilien befreit in Angriff nehmen und versuchen, dort noch einmal ein starkes Resultat zu erobern.”

Denis Chevrier (Leitender Motoren-Renningenieur des ING Renault F1 Teams)
Das Wetter zählte für die Rennstrategie, die wir gestern und heute morgen festgelegt haben, zu den wichtigsten Determinanten. Doch die Taktik zahlte sich angesichts der wechselhaften Bedingungen nicht aus. Unsere wenig optimalen Startpositionen haben uns die Arbeit nicht erleichtert. Es ist wirklich schade, dass wir keine Punkte erringen konnten. Doch wir lernen aus diesen Erfahrungen und blicken optimistisch gen Interlagos. Dort haben wir noch einmal eine Chance, unsere Konkurrenzfähigkeit unter Beweis zu stellen.„


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