Renault Espace: Die Show-Cars

Maximaler Fun-Faktor

Zwei Aufsehen erregende Espace Einzelstücke bewiesen in den 90er-Jahren, wie dynamisch ein modernes Freizeit- und Familienfahrzeug auftreten kann. Ob mit Formel 1-Power und 300 km/h Top-Speed oder als fünfsitziges Cabriolet – nach einer Spezialbehandlung durch wagemutige Designer und versierte Techniker zeigte der Renault Espace sein Sport- und Show-Talent. Dass dabei die praktischen Aspekte auf der (Renn-)Strecke blieben, ließ sich angesichts der spektakulären Einzelstücke verschmerzen.
„Espace F1“ - 810 PS im Kofferraum

Auch wenn das Ziel mit Sicherheit sehr schnell erreicht würde: Die Fahrt in den Urlaub oder zum Einkaufen empfiehlt sich mit dem „Espace F1“ überhaupt nicht. Denn dort, wo gewöhnlich das Urlaubsgepäck oder der Wochenend-Einkauf verstaut wird, rumort bei der schnellsten Raumlimousine der Welt ein rund 810 PS starkes Renault F1-Triebwerk. Hintergrund: Anlässlich des zehnjährigen Produktionsjubiläums des Espace sowie zur Feier der dritten in Folge errungenen Formel 1-Konstrukteurs-Weltmeisterschaft, hatten Renault, Matra und der Grand Prix-Rennstall Williams 1994 einen Renner im Espace Design auf ultrabreite Slick-Reifen gestellt. Unter der Außenhaut des Espace II, die schon viele Details der aktuellen Generation vorwegnahm, verbarg sich lupenreine Formel 1-Technik.

Auf Basis eines 1993er Williams FW14-Chassis, mit dem Alain Prost gerade seinen vierten Formel 1-Fahrertitel gewonnen hatte, baute der Rennwagen-Konstrukteur Gérard Ducarouge eine spektakuläre Fahrmaschine. Die Position der fünf komfortablen Rücksitze belegte hier der 810 PS starke 3,5-Liter-Zehnzylinder von Renault, der RS5b-Motor, der ein Jahr zuvor in der Formel 1 das Maß der Dinge darstellte. Den Kofferraum beanspruchte das halbautomatische Williams-Sechsgang-Getriebe, das über Knöpfe am kleinen Rennlenkrad geschaltet wurde und die Power des Zehnzylinders auf die mit profillosen Gummiwalzen bestückten Hinterräder übertrug.

Die Fahrleistungen des Espace F1 gaben der Redewendung „Namen sind Schall und Rauch“ eine ganz neue, treffende Bedeutung: Bei beherzten Tritten auf das Gaspedal entwickelte das Showcar jenen infernalischen Sound, der Musik in den Ohren aller Renn-Fans ist. Beim Beschleunigen – den Sprint von null auf 200 km/h absolvierte der Espace F1 in nur 6,3 Sekunden – qualmten trotz Traktionskontrolle die „Socken“. Auf der vorn 27, hinten 36 Zentimeter breiten Bereifung standen bei Kurvenfahrt Querbeschleunigungskräfte von 1,5 bis 2,0 g an. Annähernd 300 km/h erreichte der Renn-Van als Top-Speed. Auch die Verzögerung der Kohlefaser-Bremsscheiben (Durchmesser: 355 Millimeter vorn, 280 hinten) presste die Passagiere im Extremfall mit dem Vierfachen ihres Körpergewichts in die Sechspunktgurte.

Ein riesiger Dachspoiler, ein Heck-Diffusor und ein vergrößerter
Lufteinlass mit integriertem Frontflügel im Bug sorgten dafür, dass der Espace F1 auf der Rennstrecke nicht den Boden unter den
Reifen verlor – bei Tempo 300 schwingen sich auch Jumbo-Jets in die Lüfte. Apropos Flugzeuge: Die Geräuschemissionen im Interieur erreichten auf Grund der acht hinter den Vordersitzen frei liegenden, nunmehr aber überdachten Ansaugtrompeten, imposante 160 dB(A) – ein mit Nachbrenner startender Düsenjet klingt dagegen wie ein laues Lüftchen.

Heiß her ging es im Formel 1-Espace auch bezüglich der Innenraum-Temperaturen: Auf 60 Grad Celsius und mehr heizte das Grand Prix-Aggregat das Interieur dieser einzigartigen Raum-
limousine auf. Ex-Grand Prix-Pilot Eric Bernard (45 WM-Läufe für Larousse und Ligier) merkte einmal an, dass der 1.100 Kilogramm leichte Renn-Espace den größten Spaß immer dann vermittele, wenn er auf zwei Rädern durch die Kurven gehetzt würde.

„Espider“ - nach oben offenes Fahrvergnügen

Eine zweite, in diesem Fall buchstäblich nach oben offene Variante des Spaßfaktors repräsentierte das auf Espace Basis gebaute Open-Air-Modell, das Star-Designer Franco Sbarro 1998 im Rahmen des 24-Stunden-Rennens von Le Mans vorstellte. Der für seine mitunter exzentrischen Entwürfe bekannte Italiener verwandelte die Renault Großraumlimousine in eine Art fünfsitzigen Spider.

Ein Van als Cabrio – diesen konzeptionellen Widerspruch lösten Sbarro, die Studenten seiner Westschweizer Design Schule „Espera“ sowie Ingenieure von Matra und Designer von Renault auf absolut einzigartige Weise: Auf Höhe der Gürtellinie kappten sie das Dach des Espace. Zwei Überrollbügel und ein flacher Windabweiser im Stil des Spider Renault Sport schützten die Insassen. Die komfortablen Einzelsitze des Espace machten fünf engen Schalensitzen Platz.

Als Antrieb für den Van mit der grenzenlosen Kopffreiheit diente der 194 PS starke und drei Liter große Vierventil-Sechszylinder aus dem Topmodell der Espace Baureihe. High-Performance-Pneus von Michelin in der Dimension 255/35 ZR vorn und 335/30 ZR auf 18-Zoll-Felgen brachten die Kraft auf die Straße. Feinarbeiten an der Karosserie betonten die sportliche Note des sogenannten Espider: Ein deutlich vorspringendes Lufteinlassgitter auf Höhe der vorderen Stoßfänger, Längsschweller, verlängerte Radkästen sowie die um 14 Zentimeter verbreiterte Spur vorn und hinten unterstützten die Linienführung. Die um 25 Millimeter verringerte Bodenfreiheit verstärkte die sportliche Note zusätzlich.


Wien, 25. Juni 2004


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