Renault F1 im Focus: Großer Preis von Brasilien

Das Team weiß, was zu tun ist

Als klarer Titelfavorit startet Fernando Alonso beim Großen Preis von Brasilien zum Finale der Formel-1-Saison 2006. Mit seinem Renault R26 benötigt der Spanier in Sao Paulo nur einen Punkt, um aus eigener Kraft erneut Weltmeister zu werden. „Wir müssen auf Nummer Sicher gehen und dürfen nicht zu viel riskieren“, sagt der Titelverteidiger aus Spanien. „Wir haben einen guten Vorteil, den sollten wir nutzen.“
Der Final Countdown im Autodromo José Carlos Pace vor den Toren der Millionenmetropole Sao Paulo reduziert sich im Grunde auf ein reines Rechenexempel. Vor dem letzten Rennen der Saison liegt Fernando Alonso in der WM-Tabelle zehn Punkte vor Michael Schumacher. Den Titel hat er sicher, wenn er mindestens einen Punkt holt. In diesem Fall nutzen seinem Erzrivalen auch ein Sieg und die dafür vergebenen zehn Punkte nichts. Gewinnt Michael Schumacher nicht, ist Fernando Alonso auf jeden Fall Weltmeister.

Klarer Titelfavorit

So ganz traut der Spanier dem Frieden aber noch nicht. Immerhin kann er den Titelkampf trotz seiner komfortablen Führung auch noch verlieren: Wenn Michael Schumacher das Rennen gewinnt und er selbst keinen Punkt holt, ist der Deutsche auf Grund der größeren Anzahl von Siegen Weltmeister. „Wir fahren ein Rennen, da weiß man nie, was passiert“, gibt Fernando Alonso zu bedenken und verweist auf das turbulente Auf und Ab der letzten Wochen: „In China waren wir die Favoriten, alles schien für uns zu laufen, doch wir haben verloren. Genau das selbe passierte Ferrari in Japan. Auch in Brasilien kann es jeden von uns treffen.“

Mit seinem siebten Saisonsieg im Renault R26 verwandelte er beim Großen Preis von Japan einen Punktegleichstand in eine Zehn-Punkte-Führung für das große Finale. „Mit diesem verdienten Erfolg haben das Team und ich unsere Zuversicht zurück gewonnen“, sagte er. Auch für Ex-Weltmeister Niki Lauda ist der Renault F1-Pilot klarer Titelfavorit: „Er hat alle Asse in der Hand. Er muss sich nur aus den Zweikämpfen heraushalten und ins Ziel kommen. Der Druck ist da, aber er ist ein erfahrener Bursche, der sollte das hinkriegen.“

Fairer Kampf

Vor einem Jahr krönte sich Fernando Alonso in Brasilien zum Weltmeister. Auch damals konnte er eher mit gedrosselter Drehzahl und ohne allzu großes Risiko fahren – sein dritter Platz reichte zum Titelgewinn. Diese Strategie soll auch diesmal zum Erfolg führen. Renault F1-Motoreningenieur Denis Chevrier gab gleichwohl zu bedenken, dass man sich trotz einer so guten Ausgangsposition niemals allzu sicher fühlen dürfe. „Es gibt 1.000 Gründe, warum ein Formel-1-Auto stehen bleiben kann, nicht nur den Motor“, meinte er. Die technische Herangehensweise werde in Sao Paulo aber auf jeden Fall anders sein als sonst: „Wir gehen nicht auf die letzte Zehntelsekunde los.“

In den Reihen der Equipe Jaune ist man sich sicher, dass das Saisonfinale in Brasilien sportlich fair über die Bühne gehen wird. „Es wird einen sauberen Kampf geben, speziell weil Ferrari wegen der Konstrukteursweltmeisterschaft beide Autos ins Ziel bringen muss“, ist Denis Chevrier überzeugt. Er sprach sich dafür aus, auch in Sao Paulo mit der neuen Spezifikation des RS26-Motors an den Start zu gehen. „Wir werden sie bis zur letzten Sekunde vor der Abreise nach Brasilien auf dem Prüfstand testen“, sagte er. Dabei gehe es nicht ausschließlich um Leistungsvorteile: „Eine Motorenverbesserung betrifft alle Bereiche.“

Offene Rechnung

Im Finale dieser spannenden Saison steht nicht nur der Titelkampf im Blickpunkt. Auch Giancarlo Fisichella, der Teamkollege von Fernando Alonso, hat in Sao Paulo noch eine Rechnung offen. Der Italiener, der in dieser Saison das Rennen in Malaysia gewonnen hat, will unbedingt Dritter in der Fahrerwertung werden. Nach 17 gefahrenen Rennen liegt er nur einen Punkt hinter Felipe Massa auf dem vierten Platz. Auch in der Konstrukteursweltmeisterschaft wird die Entscheidung erst in Brasilien fallen: Auf der Pole Position steht Renault F1 mit neun Punkten Vorsprung vor Ferrari.

„Ich versuche, konzentriert zu sein und keinen Fehler zu machen“, sagt Fernando Alonso vor der Stunde der Wahrheit. „Und ich bin sicher, dass auch das Team weiß, was zu tun ist.“

Das Rennen auf einen Blick:

Großer Preis von Brasilien, 22. Oktober 2006, Interlagos, 18. von 18 Rennen zur Formel-1-Weltmeisterschaft, 71 Runden à 4,309 km = 305,909 km. Rundenrekord: Juan Pablo Montoya (McLaren-Mercedes/2004) 1:11,473 Min. (217,038 km/h). Der Große Preis von Brasilien wird seit 1973 in Interlagos bei Sao Paulo ausgetragen. Ein weiterer Austragungsort war zwischendurch Jacarepagua bei Rio de Janeiro. Erster Sieger: Emerson Fittipaldi am 11. Februar 1973 auf Lotus-Ford. Die meisten Siege: Alain Prost mit sechs Siegen 1982 (Renault Turbo), 1984, 1985, 1987 (McLaren TAG Turbo), 1988 (McLaren Honda Turbo) und 1990 (Ferrari). Erfolgreichstes Auto: Ford mit 8 Siegen. Weitere Infos: www.gpbrasil.org

Flashback 2005: Sieger: Juan Pablo Montoya, McLaren-Mercedes. Pole Position: Fernando Alonso, Toyota. Schnellste Rennrunde: Kimi Räikkönen, McLaren-Mercedes.

Platzierungen Renault F1: Fernando Alonso

Wien, am 17. Oktober 2006

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